Alkohol: 40,0 % Inhalt: 0,7 Liter
Bowmore 12 Jahre Sherry Oak Cask – wenn Islay-Rauch auf Oloroso Sherry trifft
Der Bowmore 12 Jahre Sherry Oak Cask 2024 mit 40 % Vol. verbindet zwei Stilrichtungen, die hervorragend miteinander harmonieren können: den charakteristischen, vergleichsweise eleganten Torfrauch von Bowmore und die dunklere Frucht und Süße ausgewählter Oloroso-Sherryfässer. Die 2024 vorgestellte Abfüllung gehört zur Bowmore Sherry Oak Collection und ist nicht mit dem klassischen Bowmore 12 Jahre zu verwechseln. Zwar besitzen beide Whiskys dieselbe Altersangabe, bei der Sherry Oak Cask Edition wird der Einfluss des Sherryfasses jedoch bewusst stärker herausgearbeitet. Der Whisky reift zunächst in einer Kombination aus sorgfältig ausgewählten Oloroso-Sherryfässern und Ex-Bourbonfässern. Anschließend erhält er ein zusätzliches Finish in Oloroso-Sherryfässern. Dadurch bekommt der typische Bowmore-Stil eine zusätzliche Ebene: Rote Früchte, Vanillekaramell, Marzipan und Trockenfrüchte treffen auf reife Birne, Zitrus, Gewürze und den charakteristischen Rauch der Islay-Destillerie. Gerade dieses Zusammenspiel macht den Bowmore 12 Jahre Sherry Oak Cask interessant. Er ist weder ein extrem rauchiger Islay Malt noch ein schwerer Sherrywhisky. Vielmehr versucht er, beide Welten miteinander zu verbinden.
12 Jahre alter Islay Single Malt Scotch Whisky
Veröffentlichung der Sherry Oak Collection: 2024
40,0 % Vol.
0,7 Liter
Reifung in Oloroso-Sherry- und Ex-Bourbonfässern zusätzliches Oloroso-Sherry-Cask-Finish
typischer Bowmore-Torfrauch
stärker sherrybetont als der klassische Bowmore 12
rote Beeren, Vanillekaramell, Marzipan und Trockenfrüchte
Birne, Zitrone, Zimt, Mandeln und Pfirsich
langer, süß-würziger Nachklang
Bowmore gehört zu den großen Namen der Whiskyinsel Islay. Die Destillerie wurde bereits 1779 gegründet und zählt damit zu den ältesten noch produzierenden schottischen Whisky-Brennereien. Ihr Standort unmittelbar am Loch Indaal gehört untrennbar zur Identität der Brennerei. Bowmore selbst beschreibt seinen Hausstil unter anderem über maritime Mineralität und Frucht. Geschmacklich nimmt Bowmore innerhalb Islays eine interessante Position ein. Die Whiskys sind deutlich rauchig, erreichen jedoch normalerweise nicht die extreme Torfintensität einiger anderer Islay-Destillerien. Stattdessen verbindet Bowmore Rauch traditionell mit Frucht, Süße und maritimen Eindrücken. Gerade deshalb eignet sich der Brennereicharakter hervorragend für unterschiedliche Fassreifungen. Sherryfässer sind dabei keineswegs etwas Neues für Bowmore. Sie spielen seit langer Zeit eine wichtige Rolle in der Reifung verschiedener Abfüllungen. Mit der Sherry Oak Collection rückt Bowmore diesen Einfluss nun gezielt in den Mittelpunkt.
Das Entscheidende ist nicht allein die Verwendung von Sherryfässern. Auch der reguläre Bowmore 12 Jahre wird mit Einflüssen aus Ex-Bourbon- und Sherryfässern hergestellt. Bei der Sherry Oak Cask Edition geht Bowmore jedoch einen Schritt weiter. Nach der Reifung in Oloroso-Sherry- und Ex-Bourbonfässern folgt eine zusätzliche Veredelung in Oloroso-Sherryfässern. Genau dieser zusätzliche Reifungsschritt verschiebt den geschmacklichen Schwerpunkt. Die frischen Zitrus-, Frucht- und Rauchnoten des klassischen Bowmore-Stils bleiben vorhanden, bekommen jedoch Gesellschaft von roten Beeren, Trockenfrüchten, Marzipan, Karamell und Gewürzen. Wer den klassischen Bowmore 12 bereits kennt, bekommt deshalb nicht einfach denselben Whisky in einer anderen Ausstattung. Die Sherry Oak Cask Edition zeigt eine bewusst reichhaltigere und stärker vom Oloroso-Fass geprägte Interpretation.
Oloroso gehört zu den oxidativ ausgebauten Sherrystilen Spaniens. Entsprechend verwendete Fässer können einem Whisky Noten von Trockenfrüchten, Nüssen, Gewürzen und dunklerer Süße verleihen. Das ist für Bowmore besonders interessant. Der Destilleriecharakter besitzt genügend Rauch und maritime Struktur, um auch neben kräftigeren Fassaromen erkennbar zu bleiben. Gleichzeitig bringen die fruchtigen Eigenschaften des Destillats eine Verbindung zwischen Rauch und Sherry zustande. Die Ex-Bourbonfässer liefern dazu typischerweise hellere Süße und Vanille. So entsteht ein Zusammenspiel verschiedener Fasscharaktere, bevor das abschließende Oloroso-Finish den Sherry-Einfluss noch einmal verstärkt. Das Ziel ist also nicht maximale Sherrysüße. Vielmehr sollen Rauch, Frucht, Süße und Würze miteinander verbunden werden.
In der Nase zeigt sich zunächst eine deutlich süßere Seite von Bowmore. Vanillekaramell, rote Beeren und Marzipan stehen im Mittelpunkt. Dahinter entwickeln sich Trockenfrüchte und der charakteristische Rauch der Brennerei. Bowmore selbst stellt genau diese Kombination bei seinen offiziellen Tasting Notes heraus. Am Gaumen verändert sich das Bild. Reife Birnen und Zitrone bringen Frische, während Zimt und geröstete Mandeln für eine würzige und leicht nussige Seite sorgen. Besonders interessant ist die von Bowmore beschriebene Note von Pfirsich in Sirup. Sie bringt eine weichere Fruchtsüße in den Whisky. Parallel dazu nimmt der Rauch an Intensität zu. Er bildet einen Gegenpol zur Frucht und verhindert, dass die Sherrysüße den Whisky vollständig dominiert. Der Nachklang ist angenehm lang und süß-würzig. Rauch, Frucht und Gewürze bleiben miteinander verbunden.
Diese Abfüllung ist besonders interessant für Whiskyfreunde, die Sherry und Rauch miteinander verbinden möchten, ohne gleich zu einer sehr kräftigen Fassstärke oder einem extrem getorften Islay Malt zu greifen. Mit 40 % Vol. bleibt der Bowmore angenehm zugänglich. Damit kann er auch ein guter nächster Schritt für Whisky-Einsteiger sein, die bereits mildere Single Malts kennen und nun einen rauchigeren und stärker fassgeprägten Whisky ausprobieren möchten. Für erfahrene Bowmore-Trinker liegt der Reiz dagegen vor allem im Vergleich mit dem regulären 12 Jahre alten Bowmore. Beide besitzen dieselbe Altersangabe, setzen geschmacklich jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
Der Bowmore 12 Jahre Sherry Oak Cask 2024 ist aus unserer Sicht besonders dann interessant, wenn man den klassischen Bowmore-Stil mag, sich aber etwas mehr Sherry-Einfluss wünscht. Das zusätzliche Oloroso-Finish ist hier kein nebensächliches Detail. Es verändert die Gewichtung des Whiskys deutlich. Rote Früchte, Marzipan, Vanillekaramell und Trockenfrüchte treten stärker hervor, während Rauch und Zitrus dafür sorgen, dass der Whisky weiterhin klar als Bowmore erkennbar bleibt. Genau darin liegt für uns die Stärke dieser Abfüllung. Sie versucht nicht, Bowmore in einen schweren Sherrywhisky zu verwandeln. Stattdessen nutzt sie Oloroso, um dem bekannten Islay-Stil eine dunklere, süßere und würzigere Seite hinzuzufügen. Wer zwischen klassischem Islay-Rauch und einem zugänglichen Sherryfass-Whisky sucht, findet hier eine interessante Verbindung beider Stilrichtungen.
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Was unterscheidet den Bowmore 12 Sherry Oak vom normalen Bowmore 12?
Beide sind zwölf Jahre alt. Die Sherry Oak Cask Edition erhält jedoch nach ihrer Reifung in Oloroso-Sherry- und Ex-Bourbonfässern ein zusätzliches Oloroso-Sherryfass-Finish. Dadurch ist der Sherryeinfluss ausgeprägter.
Ist der Bowmore 12 Jahre Sherry Oak stark rauchig?
Er besitzt den typischen Bowmore-Rauch, verbindet diesen aber mit deutlicher Frucht und Sherrysüße. Er ist damit nicht mit besonders stark getorften Islay-Abfüllungen gleichzusetzen.
Ist der Whisky für Einsteiger geeignet?
Ja. Mit 40 % Vol. und der Verbindung aus Süße, Frucht und Rauch ist er relativ zugänglich. Besonders interessant ist er für Einsteiger, die erste Erfahrungen mit rauchigen Islay Whiskys sammeln möchten.
Wann erschien die Sherry Oak Collection?
Die Sherry Oak Collection wurde 2024 eingeführt.
Hersteller bzw. Vertrieb:
Bowmore Distillery School Street Bowmore, Isle of Islay PA43 7JS Schottland